Wasserhahn-Installation mit Materialproblem: Die Qualität mitgelieferten Equipments ist oft mangelhaft, beiliegendes Material minderwertig
von Raymond Wiseman
Ein neues Waschbecken für die Waschküche. Das Keramik-Sonderangebot passt perfekt auf den alten Befestigungssatz. Also einfach die Zulaufhähne absperren, die Zuleitungen zum Wasserhahn abschrauben und den Abfluss lösen. Dann die Haltemuttern des alten Beckens öffnen und es gegen das neue Becken tauschen. Muttern drauf und der Wechsel in ein paar Minuten vollzogen. Beinahe, denn noch müssen Hahn und Abfluss montiert werden. Sollte kein Problem sein, ist es aber doch, da die dem Hahn beiliegenden Flexschläuche sich mehr knicken als biegen.
30 Zentimeter Anschlussleitung wollen unter dem Becken verstaut werden, doch es hilft kein Drehen und Wenden, stets verhindert ein Knick im drahtumflochtenen Schlauch den Wasserfluss. Kalt oder warm machen da keinen Unterschied, die Leitungen sind einfach nicht geschmeidig genug. Offensichtlich hat der Produzent da an Qualität gespart. Das mitgelieferte Material ist einfach für die Tonne. Ärgerlich, heißt das doch: Wieder zum Baumarkt und Ersatzleitungen kaufen. Eine unnötige Investition von Zeit und Geld, die sich hätte sparen lassen. Voraussetzung: das mitgelieferte Material sollte den Ansprüchen einer funktionalen und problemlosen Montage genügen, oder halt nicht beiliegen.
Eine unbrauchbare Alibi-Vollausstattung nutzt weder dem Kunden noch dem Hersteller, da es den ansonsten guten Eindruck seines Produkts deutlich mindert. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Amaturenherstellern, sondern findet sich quer durch die Sortimente. Betroffen sind vor allem Materialen, die nicht in der eigenen Produktion gefertigt, sondern von anderen Unternehmen zugekauft werden müssen. So finden sich selbst bei teuren Lampen, Regalen oder Schänken oft billige Schrauben und Installationsmaterialien. Und auch im Sortiment der Informations- und Unterhaltungselektronik sparen Komplettangebote oft am beliegenden Equipment: zu kurze Kabel, wackelige Stecker, unzureichende Kapazitäten, beispielsweise bei Speicherkartenzugaben.
Der Käufer rechnet damit, dass die mitgelieferte Ausstattung seinen Ansprüchen genügt. Falls das zum veranschlagten Preis nicht möglich ist, wäre es besser und ehrlicher, auf die Zugabe zu verzichten. Dann weiß der Kunde, woran er ist und muss Fehler und Probleme nicht erst bei sich und dann den Ausweg im Einzelhandel suchen. Dass mit dem richtigen Material alles ganz leicht geht, beweisen auch die neuen Schläuche. Es lag eben nicht an zwei linken Händen, sondern wie so oft am der mitgelieferten Substanz gelegen hat: Statt der spröden Metallschläuche des Wasserhahns ist das Drahtgeflecht der nachgekauften Ersatzteile wesentlich flexibler und windet sich ohne Knick unter dem Becken. Warum nicht gleich so? Am Ende läuft dann alles: Wasser marsch.



















