Vom Desktop-PC bis zum Mini-Notebook: Für den Kauf des richtigen Rechners gibt es keine gemeinverständlichen Anhaltspunkte
von Raymond Wiseman
Das Digital Life rinnt so dahin: Desktops, Notebooks, PDAs und Mobiltelefone. Die Grenzen zwischen den Geräten werden fließend. Was das Smartphone an mobilem Internet bietet, beherrscht auch das Mini-Notebook, am besten inklusive Umts und Voip. Andererseits steht auf dem Schreibtisch statt des Desktops das Notebooks im XXL-Format. Was zählt ist der Formfaktor. Der allein bietet aber kein hinreichendes Unterscheidungskriterium.
Dass die Notebooks den PCs ihren Absatz längst streitig machen, ist unbestritten. Wo aber wildern die kleinen Netbooks, deren Homerun vor rund einem Jahr mit Asus EeePC begonnen hat. Verlieren PCs Marktanteile durch die Mini-Alternative oder schaffen sich die Kleinen ein eigenes, zusätzliches Marktsegment näher dem Smartphone als dem Notebook (siehe hierzu die Überlegungen von Jack Schofield beim Guardian). Im Endeffekt entscheidet der Konsument. Orientierungslos. Wer nicht ständig die Entwicklung der Technik und des Marktes mitverfolgt, hat nur wenig Anhaltspunkte für seine Entscheidung.
Dass die Grenzen zwischen den Geräteklassen verschwimmen, ist für die Kaufentscheidung nicht gerade hilfreich, zumal heutzutage nur Insider wirklich daran interessiert sind, welcher Prozessor im Inneren werkelt. Maximale Unterscheidungskriterien sind: Was passt auf die Platte, wie groß ist der Bildschirm und welches Betriebssystem läuft auf dem Rechner. Doch ob Windows Vista, XP, Linux oder Mac OS, der künftige Besitzer sucht Handlungssicherheit. Von Herstellerseite fehlen allerdings aufgabenbezogene Angaben zur Leistung, die sich in anderen Segmenten längst eingebürgert haben. Wer ein Auto kauft, weiß, ob es sich als Familienkutsche eignet oder eher ein Kleinwagen ist. Transporter, Geländefahrzeuge, Sportwagen – sie sind leicht zu unterscheiden. Und im Zweifelsfall gibt es valide Daten über Rauminhalt, Zugkraft, Verbrauch und Sicherheitsausstattung. Auch bei Waschmaschinen, Herden und anderen technischen Dingen des täglichen Bedarfs lässt sich meist leicht einschätzen, ob das Objekt den Anforderungen entspricht.
Anders beim PC. Hier wird selbst im reinen Consumer-Segment nur mit technischen Daten geworben, die dem unbedarften Käufer nichts sagen. Und auch die Leistungstest der meisten Zeitschriften gehen auf die Alltagstauglichkeit lediglich peripher ein, nehmen sie kaum als Möglichkeit wahr, verschiedene Geräteklassen voneinander abzugrenzen. Statt dessen wird bei Vergleichstests in der Regel der Preis oder die Form als Klassifikationsfaktor gewählt. Wer aber grenzübergreifend informiert werden möchte, findet keine adäquate Beratung. Auch der Personal der Geschäften liefert für die Alltagstauglichkeit der Rechner keine echten Kriterien, einmal abgesehen von – bisweilen willkürlichen – persönlichen Einschätzungen. So liegt oft das Angebot des nächsten Discounters nahe, das mit Höchstwerten wirbt und mit einem Packen an Zusatzsoftware universellen Nutzen zum Superpreis verspricht. Solch eine Massenstrategie, die Alles für Alle bietet, kann aber nicht abgestimmt sein auf Erwartungen und Bedürfnisse des Käufers. Der richtige Rechner bleibt für den Privatanwender somit ein Glücksgriff.



















