Technik und Motor ab sofort wieder am Dienstag: Nach Leserprotesten holt die F.A.Z. TuM auf den bewährten Stammplatz zurück
von Raymond Wiseman
Der Leser hat gesprochen: Während rundum Printmedien die Stirn in Sorgenfalten legen, über Leserschwund klagen und die Alternative in kostenlosen Internetdiensten suchen, hat die Redaktion von “Technik und Motor” (TuM) Erfreuliches zu vermelden. Nachdem das F.A.Z.-Ressort mit seinem Buch zu Jahresbeginn vom angestammten Dienstag auf den Samstag wechselte und hier die Wochenendausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereicherte, kehrt TuM nun zurück auf seinen beliebten Stammplatz. Der Grund: Die Leser revoltierten.
Offensichtlich war der Druck der Stammleser so stark und ihre Zahl so groß, dass die Entscheidung ein halbes Jahr nach der Umstellung revidiert werden musste. Diese Einsicht der F.A.Z. ist nicht nur ein Resultat größter Lesertreue, sondern der massive Widerspruch zeigt auch, wie
stark das gedruckte Wort noch immer Zuspruch findet. Wer TuM liest, will es am Dienstag in den Händen haben. Dass viele der TuM-Artikel im Internet zusätzlich auf den Seiten von faz.net zu finden sind, ist zwar ein zusätzlicher und gern genutzter Service, ersetzt aber offensichtlich nicht das Papier. Wie anders könnte der lautstarke Leserprotest verstanden werden. Und so konstatiert Wolfgang Peters, der Chef des TuM-Ressorts, mit berechtigtem Stolz, dass ab 21. Juli Technik und Motor wieder an alter Stelle mit neusten Informationen in bewährter Qualität zu finden sein wird:
Weil niemand eine Zeitung gegen den Willen der Leser machen (und vor allem verkaufen) kann, wirft die Redaktion von TuM ihre Ideenmaschine an, konzipiert, schreibt und redigiert für den nächsten und dann für alle kommenden Dienstage und freut sich auf und für die Leser. Sie verbeugt sich damit vor ihnen und bedankt sich. Denn ihre Hartnäckigkeit hat ja gute Gründe. Sie finden diese von jetzt an wieder an jedem Dienstag. In Ihrem “Technik und Motor”.
(Quelle: “Wieder dienstags” von Wolfgang Peters am 18.07.09 in Technik und Motor)
Wir freuen uns mit ihm, zeigt das Leservotum doch, wie wichtig Zeitungen heute noch sind, vorausgesetzt sie werden inhaltlich richtig positioniert und bieten die perfekte Mischung aus Information, Hintergründen und Meinung. Die Leserschaft aber ist keine schweigende Masse, sondern es handelt sich um Rezipienten, die Ihre Meinung deutlich kundtun, ob per Brief, Telefon, Fax oder auch E-Mail. Die Frankfurter Allgemeine hat die Chance genutzt und bewiesen, dass sie hört, was ihre Leser zu sagen hat. Und das ist wirklich eine gute Nachricht.




















TuM ist wirklich ein einzigartige Beilage und auch im englischsprachigem Raum habe ich nicht einmal etwas nur annähernd vergleichbares gefunden. Umso verwirrter war, als ich es nicht mehr am vertrautem Platz fand. In der Tat war das ein starkes Stück. Als notorischer Dienstag FAZ Käufer hatte ich dann erstmal alle Wochentage ausprobiert, bis ich auf den Samstag stieß. Offenbar ging es anderen Lesern genauso: Samstag ist der Tag, an dem die Beilage am wenigsten paßt. Auch wenn mich die FAZ ob ihrerkonservativem Grundausrichtung im Hauptteil manchmal zum Wahnsinn treibt – weiter so.
Über Ihr Lob der – wie Sie schreiben – “einzigartigen Beilage” freue ich mich sehr. Da ich inzwischen seit über 20 Jahren als freier Journalist für TuM arbeite, beziehe ich einfach einen kleinen Teil Ihrer Wertschätzung auch auf meine Arbeit. Aber selbstverständlich gebührt der größte Teil der Redaktion, an die ich Ihren Kommentar gerne weiterleite.