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… was unter die Finger kommt …

Palm Prē: Palms Mobiltelefon mit Palm WebOS zeigt als iPhone-Konkurrent was Handys mit Windows Mobile und Blackberry fehlt

von Raymond Wiseman

Unter großem Beifall hat Palm auf der CES in Las Vegas sein neues Mobiltelefon vorgestellt. Das Handy ist das erste Gerät, das mit dem neuentwickelten Betriebssystem Palm webOS läuft. Eigentlich findet sich bei diesem Gerät alles, was sich der Anwender wünscht. Beinahe alles, mit dem gravierenden Haken, dass das Handy noch nicht zu erhalten ist, weder in den USA – da soll es im Laufe des ersten Halbjahres exklusiv von Sprint vertrieben werden –, und schon gar nicht in Europa. Für Deutschland gibt es weder einen Termin, noch einen Preis, noch einen Provider, der es ankündigen und vertreiben würde. Das ist bitter, da das Telefon wirklich überzeugt: Leicht geschwungen liegt Palm Prē gut in der Hand und am Ohr.

Das Palm Prē hat nur einen Frontbutton der gepaart mit einer überzeugende Fingersteuerung, deren Multitouch-Funktion auch Bedienungsgesten mit zwei Fingern zulässt. So erinnert das Palm Prē an das iPhone. Dies hat spätestens ein Ende, wenn die Tastatur unten aus dem Slider herausgeschoben wird. Zudem ist das untere Ende des Handys als Gestenbereich ausgelegt. Auch die Gestaltung von Bildschirm und Software weisen einen eigenen, überzeugenden Stil auf. Sein Name: Palm Synergy. Nicht nur, dass der Aufbau des 3,1-Zoll-Displays klar und funktionell ist – die laufenden Anwendungen liegen wie Spielkarten nebeneinander, zeigen den aktuellen stand und lassen sich per Fingertipp vergrößern oder wieder in die Kartenreihe ablegen.

ces-palmpreDieser Aufbau ermöglicht dem Benutzer den raschen Wechsel zwischen den Fenstern, so dass sich Mails parallel bearbeiten, Telefongespräche führen und Termine abrufen lassen. Die Anwendungen arbeiten hierbei Hand-in-Hand, und mehr als das: Sie zeigen sich in der Lage verschiedene Ressourcen zu kombinieren. So der Posteingang, der Outlook mit Mails anderer Accounts zusammen anzeigt, so der Kalender, der die Daten verschiedener Terminplaner – ob lokal oder im Internet – zusammenzieht, so das Adressbuch, das Kontakte automatisch mit Bildern kombiniert, die beispielsweise bei Facebook gespeichert wurden.

Kommunikation erweist sich als die logische Stärke des Geräts: Gleichgültig wie eine Unterhaltung begonnen und fortgeführt wird, ob per Anruf, Messaging, SMS oder Mails, die History der Person listet den Verlauf. Der Palm Prē nimmt so Organisationsarbeiten ab, die anderen Smartphone-Benutzern bisweilen die Finger lahm werden lassen, die den Griffel halten.

Dass Palm mitgedacht hat, zeigt sich beispielsweise, wenn über die Tastatur ein Begriff eingegeben wird: Das Prē sucht im Datenbestand, berücksichtigt auch Programmnamen und bietet zudem die Recherche im Internet an. Das ebnet den raschen Weg zum Sucherfolg. Verbindung findet der neue Palm über die gängigen und schnellen Mobilfunksstandards aber auch übers W-Lan und Bluetooth. Ein Micro-USB-Anschluss ist selbstverständlich vorhanden, aber auch der leider nicht selbstverständliche USB-Massenspeicher-Modus.

Intern hat das Prē 8 Gigabyte Speicherplatz, einen GPS-Empfänger, und Sensoren, den Bildschirminhalt je nach Haltung drehen, das Bildschirmlicht an die Umgebungshelligkeit anpassen und das Display abschalten, wenn das Handy am Ohr anliegt. Und auch an eine auswechselbare Batterie hat Palm gedacht, so dass sich unterwegs ein Ersatzakku einsetzen lässt. Das alles gäbe es für 135 Gramm Gewicht, wenn es es gäbe.

Und so heißt es warten, aufs Palm Prē und auch auf die optionale induktive Ladestation, an der das Prē klebt, bis es voll oder beim Anruf abgehoben wird und sofort durchschaltet. Gerne hätten wir alle das Gerät gleich in Testbetrieb genommen, beweist es doch, welche Vielfalt die Handywelt noch für uns bereithält. Aber nichts da, nichts da. Und statt begeistert oder kritisch zu hantieren komme ich ins Grübeln, überleg, wie das Mobiltelefon der Zukunft aussehen, was es können sollte. Genau so oder vielleicht doch ganz anders? Heißt warten schon, eine Vision gesehen zu haben? Oder muss die visionäre Zukunft der Kommunikation mit Gewohnheiten brechen. Längst haben unsere Ferngespräche Abschied genommen vom Kabel, das uns samt Hörer an den Anschluss band. Die Distanz unserer Unterhaltungen hat zugenommen, die mobilen Inhalte sind gewachsen. Vielleicht ist es Zeit für einen neuen Schnitt. Doch was ist telekommunitionär?

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2 Reaktionen zu “Palm Prē: Palms Mobiltelefon mit Palm WebOS zeigt als iPhone-Konkurrent was Handys mit Windows Mobile und Blackberry fehlt”

  1. Googles "Wunderhandy" G1 ist kein iPhone-Killer - Netzökonom

    [...] T-Mobile bringt das Google-Handy G1 am 2. Februar auf den deutschen Markt. Das erste Gerät mit dem neuen Betriebssystem Android (und den darauf aufbauenden Applikationen) soll vor allem die Menschen anlocken, die unterwegs ins Internet gehen wollen. Dafür ist das G1 mit Wlan und HSPDA ausgestattet. Im Unterschied zum iPhone besitzt das G1 eine Tastatur. Wer also häufiger Texte schreibt, ist also besser bedient als mit dem iPhone, auf dem Tippen nur dann erträglich ist, wenn man in den Landscape-Modus wechseln kann, was aber bei der normalen E-Mail-Funktion ohne Zusatz nicht funktioniert. Was dazu führt, dass die wahren Fans immer ein iPhone (für das Lesen) und einen Blackberry (fürs Schreiben) in der Tasche haben, was aber auch nicht Sinn der Sache sein kann. Das G1 vereint also den großen Touchscreen mit der Tastatur, hat aber dennoch einige Nachteile wie die fehlende Anbindung an MS Outlook zum Beispiel. Dafür ist natürlich Google Mail vorinstalliert, um die Zahl der G-Mail-Kunden von heute 100 Millionen weiter zu erhöhen. (-> Die Lock-in-Strategie des Google-Phones). Ganz witzig: Das G1 kann Barcodes scannen. Damit wird ein alter Traum der Marketing-Fachleute wahr: Schnell im Geschäft den Barcode eines Produktes scannen und sofort die entsprechenden Angebote der Online-Shops angezeigt bekommen. Preistransparenz in Perfektion! Der Spiegel hält das G1 sogar für das bessere iPhone. Das glaube ich nicht, weil das Gerät noch nicht gut genug ist. Die Software hat dank der Dynamik der Entwickler aber das Potential, aus einem G2 oder G3 ein besseres iPhone zu machen, wenn Apple nicht noch nachlegt. Aber mit diesem Gerät wird der Angriff auf Apple nicht gelingen. (Dann schon eher dem Palm Pre -> Raymond Wiseman über den Palm Pre)  [...]

  2. QWERTZ » Blog Archiv » Mobile Zukunft: Nokia Symbian, Apple iPhone, RIM Blackberry, Windows Mobile, Palm WebOS, Google Android - wo bleibt die innovative Kraft?

    [...] dass sich die Entwickler mehr um Geschäftsmodelle kümmern, als um Ergonomie. Vielleicht ist der bereits auf der CES präsentierte Palm Pré das einzige Beispiel, das wohltuend aus der Reihe schert. Was von Googles Android zu erwarten ist, [...]

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