Google warnt vor allen Web-Sites: Der Schutz vor Malware heisst Google – Don’t be evil
von Raymond Wiseman
Google muss es wissen: Das Böse lauert überall! Wer es nicht glaubt, konnte sich heute, am 31. Januar 2008, ab 15:30 eine knappe Schulstunde lang belehren lassen: Warning – visiting this web site may harm your computer. So lautete Googles Botschaft zu jedem Link. Welche Fundstellen Google auch immer ausgab, das Ergebnis war bis Viertel nach Vier stets das Gleiche: Warning … Selten wurde auf die unvermeidlichen Gefahren des Internets so eindeutig, unmissverständlich und vor allem kompromisslos aufmerksam gemacht. Selten von kompetenterer Stelle.
Google kennt das Netz wie kaum ein anderer. Tag und Nacht sind die Bots unterwegs, durchstreifen Site um Site, lesen, klassifizieren, werten Seiten, Blogs und Wikis. In Google laufen die Gleise des Netzes zusammen, werden die Weichen zu den Zielen gestellt.
Google richtete sich direkt und unverblümt an seine Besucher: Visiting this web site may harm your computer. Wir wussten es vorher, wollten es aber nicht wahrhaben. Nun also die Stunde der Erkenntnis. Die Information ist simpel, klar und selbstverständlich. Das Übel der Welt waltet auch im Web. Wir wissen nie, unter welcher Adresse es wohnt. Sicher ist nur, wer bei Google bleibt.
Googles Weisheit: Das Schlechte lässt sich an jedem anderen Ort finden. Also Augen auf im Datenverkehr. Dass solche Selbstermahnung Not tut, weiß Google gar zu gut. Daher lautet ja auch der Wahlspruch des Unternehmens: Don’t be evil. Solcher Vorsatz klingt nicht nur gut, sondern ist es auch. Das einzige Problem: An Vorsätzen muss man sich dauernd messen lassen. Wir wissen doch: Das Netz vergisst nichts, und das ist gut so.
Wer kann den Erinnerungsfundus des Internets schon besser beurteilen als Google, findet sich in der Suchmaschine doch lange und noch länger mancher mäßige Gedanke, mancher mangelhafte Satz, manche schlechte Seite, die wir lieber dem Vergessen anheim gäbe. Mancher Vorsatz, leichtfertig verfasst, gehört sicher in die Kategorie ungeliebter Reminiszenzen. Das kann Google beurteilen. Und so ist die Warnung ernst zu nehmen, auch wenn Google sie bald wieder entfernte und sie im hauseigenen Blog auf menschliches Versagen reduzierte. Nicht schlecht.



















