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	<title>QWERTZ &#187; 1. Allgemeines</title>
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	<description>... was unter die Finger kommt ...</description>
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		<title>TomTom verleiht sich Urkunde für HD Traffic der fiktiven Freien Universität des TÜV Süd</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 10:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nomen est Omen. Das scheint sich auch TomTom gedacht zu haben, als sie die Presse darauf aufmerksam machen wollten, dass der TÜV Süd den Verkehrsinformationsdienst HD Traffic getestet und für gut, zumindest für besser als den Mitbewerb befunden habe. Das soll dann auch das fiktive Zeugnis belegen, das allerdings auf den ersten Blick wie eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nomen est Omen. Das scheint sich auch TomTom  gedacht zu haben, als sie die Presse darauf aufmerksam machen wollten, dass der TÜV Süd den Verkehrsinformationsdienst HD Traffic getestet und für gut, zumindest für besser als den Mitbewerb befunden habe. Das soll dann auch das fiktive Zeugnis belegen, das allerdings auf den ersten Blick wie eine Urkunde erscheint. Nur wer genauer hinschaut sieht, dass es sich bei der Beilage wohl eher um einen Marketingscherz als um eine ernstgemeinte Information und schon gar nicht um eine Kopie einer Prüfungsbescheinigung handelt.
</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/08/080910_1010_TomTomverle13.jpg" alt=""/>
	</p>
<p>Tatsächlich gibt es weder eine Freie Universität des TÜV Süd, die das Dokument ausgestellt haben könnte, noch einen Fachbereich Verkehrswissenschaften, und schon gar nicht einen Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Wer seinen Namen in genauen Augenschein nimmt, vermutet dann rasch, dass es sich um ein Gag-Papier handeln soll: Hans Dieter Traffic.
</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/08/080910_1010_TomTomverle23.jpg" alt=""/>
	</p>
<p>Dieser Name, kurz H.D. Traffic wäre dann doch zu schön, um wahr zu sein. Doch für eine Parodie ist dies ein zu geringes Indiz, auch Angesichts der Tatsache , dass der getestete Dienst auf dem Zeugnis durchgängig mit &#8220;sehr gut&#8221; benotet wird. Tatsächlich liegt das vom TÜV Süd ermittelte Testergebnis für HD Traffic in Sachen Qualität und Genauigkeit bei gerade einmal 61 Prozent.
</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/08/080910_1010_TomTomverle33.jpg" alt=""/>
	</p>
<p>Dass TomTom meint, damit schon der Note Eins würdig zu sein, mag etwas über die Firmenphilosophie aussagen, die offensichtlich mit dem Erreichten mehr als zufrieden ist. Als Bewertung des TÜV SÜD erscheint es übertrieben und wurde auch nicht von den Verantwortlichen unterschrieben. Als Dokument aber ist aber das hochwertige Papier mehr wert, als die auf ihm verbreitete Information, bar jeden Gehalts. Ein Diplom – wie es großspurig genannt wird – ist es auf jeden Fall nur, soweit H.D. Traffic unterschriftsberechtigt ist. Stau, schau wo, und trau, schau wem. Und so gesehen ist es auf jeden Fall ein kleiner Test, wie aufmerksam die Medienvertreter sind. So heißt denn die Moral von der Geschicht&#8217;: Augen auf, nicht nur im Straßenverkehr.</p>
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		<title>Blick nach vorn im Zorn oder wie Gier nach Gadgets die Bewertung technischer Entwicklungen stört</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 15:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschichte gibt Gewicht: Das gilt fürs Feuilleton, für Wirtschaft, Politik, ja besonders auch für Sport, kaum aber je für Technik. Während kulturelle Werke durch historische Einordnung ihren Platz in der Gegenwart gewinnen (Anton Kuh hat Egon Friedell plagiiert), während der Sportreporter glänzt, indem er locker als Zeichen der Kontinuität aus dem Ärmel schüttelt, wer zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geschichte gibt Gewicht: Das gilt fürs Feuilleton, für Wirtschaft, Politik, ja besonders auch für Sport, kaum aber je für Technik. Während kulturelle Werke durch historische Einordnung ihren Platz in der Gegenwart gewinnen (Anton Kuh hat Egon Friedell plagiiert), während der Sportreporter glänzt, indem er locker als Zeichen der Kontinuität aus dem Ärmel schüttelt, wer zwischen 1954 und 72 nie den Verein wechselte (Uwe Seeler blieb bei HSV), während Wirtschafts- und Politikredakteure versuchen Handlungssicherheit zu geben, indem sie Parallelen der Vergangenheit zitieren (am liebsten Weltwirtschaftskrisen), ist der Kollege aus der Technikredaktion stets auf der Jagd nach dem Neuen.
</p>
<p>Keiner bemisst den Wert einer Aktie daran, dass sie noch nie an der Börse notiert, keiner die Autorität eines Politikers daran, dass er noch nie gewählt, keiner die Güte eines Werks daran, dass es bislang gänzlich unbekannt war. Wenn es aber um technische Errungenschaften geht, so sollen sie stets innovativ, zukunftsweisend und möglichst unbekannt sein, um zum Thema erhoben zu werden. Und so hetzen die Berichterstatter durch die Gänge, halten Ausschau nach dem Unentdeckten, hegen Interessen, die keiner hat, greifen begeistert jeden Trend auf, der offeriert wird, und verbreiten die schnelle Nachricht in noch schnelleren Medien, in denen sie sich versenden, bevor sie Gewicht gewinnen können.
</p>
<p>Die Gier nach Neuem schafft ein Vakuum, in dem Luftblasen rasant wachsen, bis sie viel zu früh platzen. Was aber langsam aufgeht, lange schon gehegt, gepflegt und längst nicht mehr neu, gedeiht mitunter prächtig abseits ausgetretener Pfade in aller Ruhe, doch keiner Rede wert. Doch in der ruhigen Rückschau erinnern wir uns bisweilen, wie alles begann. Und im Licht der langen Schatten zeigt sich: Was Morgen kein Gestern hat, ist schon Heute keine Beschreibung wert, beschreie es wer will. Und wer als erster &#8220;hier&#8221; ruft, kommt oft gar nicht an.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Berg-Fest bei Microsoft: Haupter erklimmt den deutschen Gipfel der Microsoft GmbH, Berg steigt auf bei der Microsoft Corp. in Amerika</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 14:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ralph Haupter löst am 1. Mai 2010 bei Microsoft Achim Berg als Vorsitzender der Geschäftsführung ab. Somit erhält die Microsoft GmbH einen Mann aus den eigenen Reihen als Geschäftsführer. Dieser Karrieresprung im eigenen Haus – Haupter ist zur Zeit Chief Operating Officer (COO) und gehört seit drei Jahren der Geschäftsleitung an – war in den 27 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre class="mceTemp"><a href="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/04/Ralph_Haupter1.jpg"><img title="Ralph Haupter (Pressefoto Microsoft GmbH)" src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/04/Ralph_Haupter1-212x300.jpg" alt="Ralph Haupter, der designierte Chef von Microsoft Deutschland" width="212" height="300" /></a></pre>
<p>Ralph Haupter löst am 1. Mai 2010 bei Microsoft Achim Berg als Vorsitzender der Geschäftsführung ab. Somit erhält die Microsoft GmbH einen Mann aus den eigenen Reihen als Geschäftsführer. Dieser Karrieresprung im eigenen Haus – Haupter ist zur Zeit Chief Operating Officer (COO) und gehört seit drei Jahren der Geschäftsleitung an – war in den 27 Jahren der Microsoft GmbH – mit Ausnahme von Jochen Haink und Kurt Siebold  – nicht üblich. Diese Entscheidung, an der Berg durchaus beteiligt sein dürfte, weist daraufhin, dass der führungsstarke und erfahrene Ralph Haupter für Kontinuität steht. Hierfür spricht auch, dass Haupter als Architekt des auf Deutschland zugeschnittenen Investitionsprogramms EnerGY gilt, das Achim Berg bei Microsoft durchsetzte.</p>
<p>Achim Berg ist erst der zweite Vorsitzende der Geschäftsführung, der den Sprung von der deutschen Microsoft GmbH in die amerikanische Konzernzentrale schafft. Dies war zuvor nur Joachim Kempin, dem Gründungsgeschäftsführer von Microsoft Deutschland beschieden, der 1987 als Vize Präsident nach Redmond ging.</p>
<pre class="mceTemp"><a href="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/04/Achim_Berg1.jpg"><img title="Achim Berg (Pressefoto Microsoft Deutschland)" src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2010/04/Achim_Berg1-212x300.jpg" alt="Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland und Vice President International, Microsoft Deutschland GmbH" width="212" height="300" /></a></pre>
<p>Dass der Wechsel von Achim Berg nun so rasch vollzogen werden soll, lässt darauf schließen, dass Microsoft in Amerika hohen Handlungsbedarf sieht. Daher darf angenommen werden, dass Berg in der Microsoft-Division  Entertainment &amp; Devices unterkommt, bei der unter anderem Windows Phone und das gesamten mobile Kommunikationsgeschäft angesiedelt sind, die aber auch das Fernseh-, Video-und Musik-Geschäft mit Mediaroom und Zune umfasst.</p>
<p>Wer Bergs berufliche Herkunft und seine Vorlieben für elektronische Unterhaltungsmedien kennt, weiß, dass er in diesem Spektrum nicht nur hervorragend aufgehoben ist, sondern auch seine Erfahrungen zum Tragen bringen kann. Hierzu wird er wahrscheinlich unter Präsident Robert J. Bach als Vize Präsident Gelegenheit haben. Wie sein Titel und seine Stelle bei Microsoft konkret benannt sein werden, will der Konzern am kommenden Dienstag eröffnen. Dass Microsoft bereits am Montag zu einer Presseveranstaltung geladen hat, auf der gemeinhin eine Ankündigung in Sachen Pink – Microsofts Einsteigerhandys mit dem Fokus auf soziale Netzwerke – erwartet wird, mag Zufall sein. Auf jeden Fall dürfte Achim Berg als ehemaligem T-Com-Manager der Sidekick-Nachfolger bekannt vorkommen.</p>
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		<title>Neue Canon Powershot G11: Weniger aber größere Pixel für bessere Bildqualität – höhere Lichtempfindlichkeit und weniger Rauschen als Powershot G10</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 17:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum habe ich mich entschlossen, mir eine Canon Powershot G10 zuzulegen, kündigt heute Canon punktgenau das Nachfolgemodell Powershot G11 an. Nun fällt die Entscheidung schwer, da die meisten Daten sich gleichen: Warten auf den Markteinstiegspreis von 589 Euro im goldenen Oktober oder günstig beim alten Model zuschlagen. Die technische Differenz ist ein doppeltes Rauschreduzierungsverfahren, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/08/081909_1728_CanonPowers1.png" alt="" align="left" />Kaum habe ich mich entschlossen, mir eine Canon Powershot G10 zuzulegen, kündigt heute Canon punktgenau das Nachfolgemodell <a title="Presseinformation Canon Powershot G11" href="http://www.canon.de/About_Us/Press_Centre/Press_Releases/Consumer_News/Cameras_Accessories/PowerShot_G11_Technical_Release.asp" target="_blank">Powershot G11</a> an. Nun fällt die Entscheidung schwer, da die meisten Daten sich gleichen: Warten auf den Markteinstiegspreis von 589 Euro im goldenen Oktober oder günstig beim alten Model zuschlagen. Die technische Differenz ist ein doppeltes Rauschreduzierungsverfahren, das seine Kraft aus größeren Pixeln schöpfen soll. Der CCD-Bildsensor behält allerdings weiterhin die Größe von 1/1,7 Zoll, die er auch schon bei der Powershot G10 hat. Im Endeffekt reduziert dies die Pixelzahl von vordem 14,7 Megapixel auf neuerdings 10 Megapixel. Meines Erachtens ein sinnvoller Schritt, wenn er sich denn in gesteigerter Bildqualität niederschlägt und – wie angekündigt – bei schlechten Lichtverhältnissen für bessere Fotos sorgt. Dass über die Güte der Darstellung kein Pixelwahl, sondern ein abgestimmtes Gesamtkonzept entscheidet, hat sich ja inzwischen herumgesprochen.</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/08/081909_1728_CanonPowers2.png" alt="" align="left" />Ansonsten reizt mich noch das neue, dreh- und schwenkbare Display, das mit einer Diagolalen von 2,8 Zoll (7,1 cm) etwas kleiner als das starre 3-Zoll-LCD der G10 ausfällt, aber wieder mit 461.000 Bildpunkten aufwartet. Auf den integrierten HDMI-Anschluss könnte ich allerdings problemlos verzichten.</p>
<p>Ansonsten scheint beinahe alles beim Alten und Bewährten: 5-fach Zoom von 28 – 140 mm (in Entsprechung zum Kleinbildfilm), Lichtstärke zwischen 1:2,8-4,5, optischer Bildstabilisator und Autofokus. Wichtig für mich ist vor allem, das die G11 weiterhin über einen optischen Sucher verfügt. Was die Fotoeffekte betrifft, vergleiche ich nicht viel, da ich die meist nicht nutze. Und was die weiteren Unterschiede im Detail betrifft, so lassen sie sich ebenso wie die gesteigerte Bildqualität erst vergleichen, wenn die Kamera auf dem Markt ist. Das heißt dann also doch warten. Einfach um mal zu sehen, ob der Schritt, die Pixelzahl zu reduzieren und so die Empfindlichkeit auf ISO 3.200 zu erhöhen und das Bildrauschen zu vermindern, sich in der Güte der Aufnahmen niederschlägt. Dann wäre weniger tatsächlich mehr und Canons Powershot G11 die Kamera meiner Wahl.</p>
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		<title>Und das Wort ist Schrift geworden: Wie Zeichen Zeichen setzen im digitalen Text und was uns an Substanz verloren geht</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 09:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich erinnere mich jener Tage, als ich &#8211; zu schulischer Leistung gezwungen &#8211; mir Goethes &#8220;Seelige Sehnsucht&#8221; einprägte. Die Prägung hat Bestand und reicht durchaus über mich hinaus, auch wenn meine lieben Mitmenschen meine Rezitation spätestens bei &#8220;höherer Begattung&#8221; stoppen. Ehrlich gesagt: Auf ihr &#8220;Genug, genug&#8221; höre ich gerne, bevor meine Lücken im Text beginnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich jener Tage, als ich &#8211; zu schulischer Leistung gezwungen &#8211; mir Goethes &#8220;<a href="http://www.deutschelyrik.de/start/Epochen/Klassik/prod/Selige-Sehnsucht.html?xz=0&amp;ci=74" target="_blank">Seelige Sehnsucht</a>&#8221; einprägte. Die Prägung hat Bestand und reicht durchaus über mich hinaus, auch wenn meine lieben Mitmenschen meine Rezitation spätestens bei &#8220;höherer Begattung&#8221; stoppen. Ehrlich gesagt: Auf ihr &#8220;Genug, genug&#8221; höre ich gerne, bevor meine Lücken im Text beginnen.</p>
<p>Dem entgegen steht die Schriftform des Textes. Hier kann alles weitergegeben werden, was aufgezeichnet wird. Das Aufzeichnen von Zusammenhängen ist nicht neu. Wer möchte, kann unter diesem Aspekt mit den ersten Höhlenmalereien die Reise in der Vergangenheit beginnen. Daß die Schrift sich zum Zeichen, der reduzierten Zeichnung entwickelte, ist ein kulturgeschichtliches Phänomen. Hierbei mag neben anderen Aspekten einerseits der Wunsch nach allgemeiner Verständlichkeit, andererseits die menschliche Bequemlichkeit eine Rolle gespielt haben.</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/072009_0903_UnddasWorti1.png" alt="" align="left" />Es gab Zeiten, da wäre solches Vergessen &#8211; kollektiv gesehen &#8211; der Untergang des Textes gewesen. Dies galt und gilt noch immer für jene Texte, die nicht in Schriftform festgehalten wurden. Ein nicht gar so altes Beispiel sind die Hausmärchen, denen das Bemühem der Grimms die Schriftform gab. Zwar hängt die mündliche Überlieferung meist nicht vom Kopf des Einzelnen ab, denn das Überleben des Textes wird durch die Erinnerung vieler Interessenten gesichert. Doch hierin liegt gleichzeitig ein wesentlicher Schlüssel: Bewahrt wird nur das Interessante. Was nicht der Rede wert war, findet keine Überlieferung.</p>
<p>Die Zeichensätze, die nicht aus Bildern, sondern aus Buchstaben bestanden, waren leichter erlernbar und auch einfacher zu schreiben. Schriftkenntnisse verbreiteten sich und waren mit der Zeit nicht länger einigen Gelehrten vorbehalten. Wer schreiben konnte, hatte die Möglichkeit festzuhalten, was er wollte. Ausschlaggebend für die Übermittlung war nicht mehr, daß interessant war, was gesagt wurde. Es wurde ja geschrieben. Das Geschriebene brauchte nicht einmal gelesen zu werden. Das Schreiben reichte, um es zu konservieren. Die einfachere Handhabbarkeit der Zeichen macht es möglich. Solange Worte rar waren, waren die Sätze getragen von Sinn. Und solange die Druckmedien fehlten, war jedes Wort gezeichnet von der Linienführung einer Hand.</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/072009_0903_UnddasWorti2.png" alt="" align="left" />Mit Gutenberg kam dann die Schrift in die Maschine und in der Folge der Sinn der Buchstaben unter die Räder. Nicht länger die Worte, in denen sie geschrieben standen, bestimmten ihre Sinngehalte, sondern sie wurden austauschbar wie eben einzelne Lettern. Zwar hatten Lettern noch Substanz, doch diese waren ungebunden, ohne Inhalt. Erst der Druck, die Fixierung auf der Seite, bändigte die freie Fluktuation, fasste sie in bleibende Wörter, Sätze, Abschnitte, deren Bögen gefalzt, gelegt, geheftet oder geleimt zum Buchblock oder Zeitung.</p>
<p>Die Texte aber, die mir heute Textverarbeitung und Internet, Downloadbücher und ePaper, PCs und digitale Lesemaschinen bescheren, fehlt dieser Zusammenhang. Sie lösen sich wieder auf: <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/07/19/digitale-buecherverbrennung-und-feudalismus-bei-amazon.aspx">Texte lassen sich aus dem Zusammenhang</a>, Aussagen aus dem Kontext und Zeichen aus den Wörtern entfernen. Und mehr noch.</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/072009_0903_UnddasWorti3.png" alt="" align="left" />Wenn ich heute den PC anschalte und die Textverarbeitung starte, kann ich Texte verfassen mit Zeichen, die jeder Substanz entbehren. War der einzelne Buchstabe bislang wenigstens noch ein greifbares Element, so tritt er nun als ein Konglomerat einzelner Punkte in Erscheinung. Allein hat keiner dieser Punkte einen Wert. Er birgt nichts, hat kein Gesicht, und kann beinahe bedenkenlos gegen jeden anderen Punkt getauscht werden, ohne dass dies irgendeinen Sinn änderte.</p>
<p>Vom Satz, den Menschen miteinander wechselten, über das Bild zum Zeichen. Vom Zeichen, das mit der Hand gezeichnet das einzelne Wort schrieb, über die wiederverwendbaren Lettern zum Punkt.</p>
<p><img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/072009_0903_UnddasWorti4.png" alt="" align="left" />Die Punkte setzen mir nun alle Texte in jeder Gestalt zusammen. Endlich habe ich &#8211; rein theoretisch &#8211; die Schriften dieser Welt auf meinem Rechner. 426 Fonts zähle ich soeben. Die Zahl wächst mit jedem Tag: Die Welt der Schrift, sie paßt auf meinen Monitor. Die Schrift des Textes wechsle ich per Mausklick. Des Textes Inhalt, er bleibt unberührt. Blieb er tatsächlich gleich?</p>
<p>Seit Menschen Hand in Stein die ersten Zeichen gruben, hat auch das Medium Gewicht. Und seine Schwere oder Leichtigkeit, sie hält sich durch. Sie trägt und wird getragen. Sie prägt das, was zu sagen war, geschrieben wurde, eingegeben ist. Uns fällt die Eingabe so leicht, wie Tasten klappern, gelöscht ist schnell, nichts hat Bestand. So einfach ist die Eingabe, daß sich auf Eingebungen schnell verzichten läßt. Der schöne Text ist das geschätzte Resultat.</p>
<p>Der Inhalt wird so weich, wie jene Software die ihn faßt. Und Niederschrift ist schließlich das Ergebnis dieser Rechnung: Plus/Minus/Null. Was bleibt zu sagen?</p>
<p><em>Tut ein Schilf sich doch hervor<br />
Welten zu versüßen.<br />
Möge meinem Schreiberohr<br />
Liebliches entfließen!<br />
</em>(J.W.Goethe, West-östlicher Divan,<br />
<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Gedichte/West-östlicher+Divan/Buch+des+Sängers/%5bTut+ein+Schilf+sich+doch+hervor%5d">Nachsatz zum Gedicht &#8220;Seelige Sehnsucht&#8221;</a>)</p>
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		<title>Technik und Motor ab sofort wieder am Dienstag: Nach Leserprotesten holt die F.A.Z. TuM auf den bewährten Stammplatz zurück</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 13:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Leser hat gesprochen: Während rundum Printmedien die Stirn in Sorgenfalten legen, über Leserschwund klagen und die Alternative in kostenlosen Internetdiensten suchen, hat die Redaktion von &#8220;Technik und Motor&#8221; (TuM) Erfreuliches zu vermelden. Nachdem das F.A.Z.-Ressort mit seinem Buch zu Jahresbeginn vom angestammten Dienstag auf den Samstag wechselte und hier die Wochenendausgabe der Frankfurter Allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Leser hat gesprochen: Während rundum Printmedien die Stirn in Sorgenfalten legen, über Leserschwund klagen und die Alternative in kostenlosen Internetdiensten suchen, hat die Redaktion von &#8220;Technik und Motor&#8221; (TuM) Erfreuliches zu vermelden. Nachdem das F.A.Z.-Ressort mit seinem Buch zu Jahresbeginn vom angestammten Dienstag auf den Samstag wechselte und hier die Wochenendausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereicherte, kehrt TuM nun zurück auf seinen beliebten Stammplatz. Der Grund: Die Leser revoltierten.</p>
<p>Offensichtlich war der Druck der Stammleser so stark und ihre Zahl so groß, dass die Entscheidung ein halbes Jahr nach der Umstellung revidiert werden musste. Diese Einsicht der F.A.Z. ist nicht nur ein Resultat größter Lesertreue, sondern der massive Widerspruch zeigt auch, wie <img src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/071909_1317_TechnikundM13.png" alt="" align="left" />stark das gedruckte Wort noch immer Zuspruch findet. Wer TuM liest, will es am Dienstag in den Händen haben. Dass viele der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1F4BBFAC4C2F4FE695D0BC0790B9957F/Tpl~Ecommon~Sressort.html" target="_blank">TuM-Artikel im Internet</a> zusätzlich auf den Seiten von <a href="http://www.faz.net/s/homepage.html" target="_blank">faz.net</a> zu finden sind, ist zwar ein zusätzlicher und gern genutzter Service, ersetzt aber offensichtlich nicht das Papier. Wie anders könnte der lautstarke Leserprotest verstanden werden. Und so konstatiert Wolfgang Peters, der Chef des TuM-Ressorts, mit berechtigtem Stolz, dass ab 21. Juli Technik und Motor wieder an alter Stelle mit neusten Informationen in bewährter Qualität zu finden sein wird:</p>
<p><em>Weil niemand eine Zeitung gegen den Willen der Leser machen (und vor allem verkaufen) kann, wirft die Redaktion von TuM ihre Ideenmaschine an, konzipiert, schreibt und redigiert für den nächsten und dann für alle kommenden Dienstage und freut sich auf und für die Leser.</em><em><span style="font-family: Verdana; color: #464646; font-size: xx-small;"><span> </span></span>Sie verbeugt sich damit vor ihnen und bedankt sich. Denn ihre Hartnäckigkeit hat ja gute Gründe. Sie finden diese von jetzt an wieder an jedem Dienstag. In Ihrem &#8220;Technik und Motor&#8221;.<br />
(Quelle: &#8220;Wieder dienstags&#8221; von Wolfgang Peters am 18.07.09 in Technik und Motor)<br />
</em></p>
<p>Wir freuen uns mit ihm, zeigt das Leservotum doch, wie wichtig Zeitungen heute noch sind, vorausgesetzt sie werden inhaltlich richtig positioniert und bieten die perfekte Mischung aus Information, Hintergründen und Meinung. Die Leserschaft aber ist keine schweigende Masse, sondern es handelt sich um Rezipienten, die Ihre Meinung deutlich kundtun, ob per Brief, Telefon, Fax oder auch E-Mail. Die Frankfurter Allgemeine hat die Chance genutzt und bewiesen, dass sie hört, was ihre Leser zu sagen hat. Und das ist wirklich eine gute Nachricht.</p>
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		<title>TechCrunch veröffentlicht geheime Twitter-Dokumente: Vor der Publikation vertraulichen Materials wirft sich Arrington in Pose</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 13:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Grenze zwischen Information  und Verrat ist fließend. Das beweist momentan TechCrunch, eines der wichtigsten und bekanntesten Technik-Blogs. Ein Hacker hat TechCrunch nach eigener Aussage 310 Dokumente zugesandt, deren Inhalte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Teilweise scheint es sich hierbei um strategisches Material von Twitter zu handeln, teilweise um privates Material von Mitarbeiter und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grenze zwischen Information  und Verrat ist fließend. Das beweist momentan <a href="http://www.techcrunch.com" target="_blank">TechCrunch</a>, eines der wichtigsten und bekanntesten Technik-Blogs. Ein Hacker hat TechCrunch nach eigener Aussage 310 Dokumente zugesandt, deren Inhalte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Teilweise scheint es sich hierbei um strategisches Material von Twitter zu handeln, teilweise um privates Material von Mitarbeiter und sicherlich teilweise um höchst uninteressantes Material, dessen Veröffentlichung nur langweilen würde. So will dann TechCrunch-Gründer Michael Arrington zusammen mit seiner Mannschaft eine Auswahl treffen und das Material publizieren. Das ist eine redaktionelle Entscheidung, deren Wert sich nur im Nachhinein ermessen lässt. Ob der Vertraulichkeitsbruch, den der Informant begangen hat, die Information der Öffentlichkeit lohnt, werden wir anhand des Materials beurteilen.</p>
<p>Was uns aber stutzig macht, ist der <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/14/in-our-inbox-hundreds-of-confidential-twitter-documents/" target="_blank">Hype</a>, den TechCrunch im Vorfeld initiierte. Anstatt dass die Herren und Damen ihre Verantwortung enst nehmen und selbst eine Entscheidung treffen, so wie es in jeder normalen Redaktion an der Tagesordnung ist, machten sie ein Riesenbohei: Sie fragten ihre Leser nach Ihrer Meinung, ohne allerdings eine einzige relevante Entscheidungsgrundlage mitzuliefern. Und flugs entspann sich eine unfundierte Diskussion über Ethik und Geheimnisverrat, Persönlichkeitsrechte und Informationsbedürfnis. Wohlgemerkt: Keiner der Diskutanten konnte beurteilen, was da angeblich ins TechCrunch-Postfach gelegt worden war.</p>
<p>Trotz aller Lücken im Nachrichtenapparat war sich die Mehrzahl der Leser einig, dass die Beschaffungskriminalität, die das Twitter-Material TechCrunch zuspielte, nicht noch durch Publikation belohnt oder verstärkt werden solle. Das wundert ein wenig, machen doch einerseits Enthüllungen einen Großteil der Attraktivität der Internet-Information aus, und war doch andererseits gar nicht bekannt, ob lesenswerte Offenbarungen im Konvolut enthalten sind. So hat Michael Arrington durchaus recht, wenn er betont, dass es zu TechCrunchs täglichem Geschäft zählt, vertrauliches Material öffentlich zugänglich zu machen.</p>
<p>Basierend auf dieser simplen Erkenntnis und als Resultat der einfachen Tatsache, dass außer der Redaktion und dem Hacker keiner die Inhalte des Infopakets kennt, hat Arringtons Redaktion dann entschieden: Entgegen der <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/15/our-reaction-to-your-reactions-on-the-twitter-confidential-documents-post/">Mehrheitsmeinung</a> ihrer Leser werden sie Ausschnitte aus dem Twitter-Kram veröffentlichen. Ob sich&#8217;s lohnt, daran lässt schon <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/15/final-tweet-the-twitter-reality-tv-show-pitch/" target="_blank">die erste Enthüllung</a> zweifeln: Sie geht um Twitters TV-Show, ein Projekt, das schon im Mai an die Öffentlichkeit drang. Abgesehen davon, dass sich in den letzten drei Monaten kein Neuigkeitswert ergeben hat, langweilt das entlarvte Konzept eher. Wenn die restlichen Enthüllungen den gleichen Wert haben, legen wir lieber die Decke des Schweigens drüber. Dafür lohnt sich kein Enthüllungsjournalismus.</p>
<p>Vor allem aber lohnt sich keine große Welle im Vorlauf, wenn alles dahinter verplätschert. Unnötig war vor allem der große TechCrunch-Anlauf zur Disclosure-Aktion: Redaktionell gesehen ist es ein Offenbarungseid, die Leser über etwas entscheiden zu lassen, was keiner kennt, sich dann aber in keiner Weise ums Votum zu kümmern. Wer hat da eigentlich das Sagen? Ober handelt es sich eher um eine eher unwürdige Marketingaktion, die schon die einzige wichtige Enthüllung enthält: Es gibt ein Loch im Informationsmanagement von Twitter. Wenn dem so ist, folgt nun nur noch Belangloses. Wen dem nicht so ist, verstehen wir nicht, warum sich TechCrunch zunächst so ziehrt. Professioneller wäre es gewesen, erst einmal das Material zu sichten, dann eine Entscheidung zu treffen und danach mit Fakten an die Öffentlichkeit zu gehen.</p>
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		<title>Free von Chris Anderson ist als Lektüre umsonst: Das Buch Free lässt sich im Internet kostenlos lesen, transatlantisch aber nur mit Gratis-Trick</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 10:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Klau mich&#8221; hieß das Buch, und sein Titel war ein Dilemma. Es stand im Regal unserer Düsseldorfer Lieblingsbuchhandlung Niepel, und das hinderte uns daran, einfach ins Regal zu greifen. Andererseits lag es uns fern, der eindeutigen Aufforderung zu widersprechen und brav an der Kasse für das Machwerk von Rainer Langhans und Fritz Teufel zu zahlen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/Klau-mich-Foto-von-Helmut-Mews.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-459" title="Klau mich Foto von Helmut Mews" src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/Klau-mich-Foto-von-Helmut-Mews.jpg" alt="Klau mich Foto von Helmut Mews" width="119" height="144" /></a>&#8220;Klau mich&#8221; hieß das Buch, und sein Titel war ein Dilemma. Es stand im Regal unserer Düsseldorfer Lieblingsbuchhandlung Niepel, und das hinderte uns daran, einfach ins Regal zu greifen. Andererseits lag es uns fern, der eindeutigen Aufforderung zu widersprechen und brav an der Kasse für das Machwerk von Rainer Langhans und Fritz Teufel zu zahlen. Das schien uns doch zu bürgerlich. Und so blieb das Paperback, wo es war, wobei wir heute nicht einmal mehr wissen, ob es die 68er Originalausgabe der Edition Voltaire war (die noch eine pornografische Beilage enthielt) oder einer der Nachdrucke von Rixdorfer oder Trikont. Egal. Es hat uns nie gefehlt, war somit tatsächlich umsonst.</p>
<p>Mit &#8220;Free&#8221; hat nun hat Cris Anderson, der Wired-Chefredateur der Printausgabe, ein Buch veröffentlicht, das sich genau diesem Thema – der Gratiskultur – widmet. Seine These auf den provokativen Punkt gebracht: Produkte, die digital verfügbar sind, werden kostenfrei sein. Wie sich dennoch damit Geld verdienen lässt, erläutert er in seinem Buch, das im Buchhandel zu kaufen oder im Internet kostenlos bei <a href="http://www.scribd.com/doc/17135767/FREE-full-book-by-Chris-Anderson">Scribd</a> als Leseexemplar bereitsteht.</p>
<p><a href="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/FreeBook1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-462" title="Free von Chris Anderson" src="http://www.qwertz.de/wp-content/uploads/2009/07/FreeBook1.jpg" alt="FreeBook" width="145" height="167" /></a>Dieses generöse, gleichwohl konsequente Angebot gilt allerdings nur für Amerikaner. Wer von außerhalb, beispielsweise aus Deutschland auf den Gratislesestoff zugreift, stößt an die nationalen Grenzen des Internets: &#8220;Sorry, this content is geographically restricted&#8221; heißt es ebenso lapidar wie anachronistisch. Wie albern, die Zukunft der Web-Economy im radikalen Verzicht auf bezahlte Inhalte zu sehen, dann aber auf Grenzkontrollen zu setzen. Das ist so gestrig, dass der Rest des Buches als Atitüde erscheint.</p>
<p>Na klar, wer seine Rechte international vermarkten möchte, nimmt Rücksicht auf die Interessen der Lizenznehmer. Da wäre nichts gegen zu sagen, wenn Chris Anderson nicht ausgerechnet ein Buch dagegen schreiben würde. So führt er sein Werk als Geblubber ad absurdum, auch wenn die eine oder andere Prognose sicherlich eintritt und manches, von dem, was er preist schon längst eingepreist wurde ins Internetgeschäft. Was nach Abzug seiner mißlungenen Marketingaktion und den Gemeinplätzen des Werkes bleibt, wird in seiner Bedeutung und Wirkung kaum über &#8220;Klau mich&#8221; hinausgehen.</p>
<p>Wer aber trotz allem einen Blick hinter dem transatlantischen Vorhang aufs Werk werfen möchte, der kann die Free-Barriere überschreiten, indem er die Scribd-Verbindung über einen amerikanischen Proxyserver aufnimmt.</p>
<p>Die Umleitung über den Proxy braucht allerdings ihre Zeit. Wenn nach einigen Minuten das Buch komplett geladen ist, lässt es sich dann im Flash-Fenster durchblättern. Drucken und speichern lässt sich Free jedoch nicht, aber Lesen. Allein: Über 250 Seiten am Bildschirm sind ermüdend. Das ist auch für die amerikanische Klientel nicht anders. Wer sich trotz aller Hemmnisse durch das Regionalwerk kämpft, dem schwappt neben einigen neuen Überlegungen viel bereits Bekanntes entgegen. Den Stein der Weisen wirft Anderson zumindest nicht in die Wellen des Webs.</p>
<p>Wie wenig neu viele von Andersons Gedanken sind, klärt rasch und ohne Umstände ein alter Artikel von Wolf Lotter, der bereits im Jahr 2000 in Brandeins erschien (Heft 10/2000): <a href="http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=900&amp;umenuid=1&amp;wh=wiseman&amp;MenuID=130&amp;MagID=30&amp;sid=su62225231806727349">Eine Frage des Preises</a>. Damals hat mancher noch etwas anderes gemacht und gelacht. Und das ist recht und billig.</p>
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		<title>Niederrheinischer Radwandertag: 3.000 Kilometer Fahrradstrecken verzücken Biker und lassen Fußgänger erschrecken</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 12:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Radeln in der Fahrgemeinschaft: Der Niederrheinische Radwandertag lädt auf 3.000 Kilometer Radwanderweg zum Massenspektakel ein. Rund 30.000 Teilnehmer werden heute – am 5. Juli 2009 – erwartet, das macht dann 10 Radler je Kilometer. Unter Ihnen viele Menschen, deren Fahrrad den größten Teil des Jahres eher als Parkhindernis die Garage verstellt. Sie gliedern sich ebenso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Radeln in der Fahrgemeinschaft: Der <a href="http://www.krefeld.de/radwandertag" target="_blank">Niederrheinische</a><br />
<a href="http://www.niederrhein-tourismus.de/2009/freizeitfahrrad/fahrrad.html" target="_blank">Radwandertag</a> lädt auf 3.000 Kilometer Radwanderweg zum Massenspektakel ein. Rund 30.000 Teilnehmer werden heute – am <a href="http://www.fahrradtermine.de/fat/nrwt.htm">5. Juli 2009</a> – erwartet, das macht dann 10 Radler je Kilometer. Unter Ihnen viele Menschen, deren Fahrrad den größten Teil des Jahres eher als Parkhindernis die Garage verstellt. Sie gliedern sich ebenso wie geschwindigkeitssüchtige Rennradler oder unaufhaltsame Mountainbiker in den Pulk der Radwanderer ein.</p>
<p>Besonders beliebt aber ist das Gruppenradeln, was die Fortbewegung zum Social Event erhebt. Die Tretgemeinschaften zeichnen sich vor allem durch hohe Lautstärke der Gespräche und unkontrolliertes Wechseln der Fahrspur aus. Hiervon können Spaziergänger ebenso wie Jogger, Hundebesitzer ebenso wie Reiter ein Lied singen:</p>
<p>Entweder rasen auf unseren Fersen lautlos von hinten Einzelbiker heran und klingeln im letzten Augenblick, bevor sie ungebremst die Kollisionsspur wechselt und haarscharf in Augenhöhe vorbeihuscht, um dann milimetergenau wieder einzuscheren und Mensch und Tier verschreckt zurückzulassen.</p>
<p>Oder wir hören schon Minuten vorher die lärmende Schar, die sich aus mehreren Großfamilien zusammensetzt, die einmall in Sichtweite mit mindesten vier bis fünf Parallelradlern stur des Weges Breite beanspruchen, sodass uns letztlich nur der Sprung ins Gebüsch bleibt, um nicht vom dreirädigen Gefährt der Großeltern oder Kleinkinder überrollt zu werden. Die Schimpfkanonade des folgenden und treibenden Familienoberhaupts bleibt uns allerdings trotz beherzter Selbstrettung nicht erspart.</p>
<p>Solange die Masse rollt, wird die Minderheit zum Verkehrshindernis. Abstimmung mit den Füssen: So ist der Radwandertag gelebte Demokratie für alle. Kritik? Nein, nein. Da könnte ja jeder kommen. Wir allerdings bleiben einstweilen lieber daheim und warten, dass die Welle vorüberschwappt. Dann lässt sich auch wieder in Ruhe radeln.</p>
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		<title>Facebook, StudiVZ &amp; Twitter: Auf Dauer erfolgreich im Internet ist nur, wer nicht zu groß wird. Irgendwann geht&#8217;s bergab.</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 10:04:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymond Wiseman</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[4. Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Internetdienste wachsen schnell, erreichen rasant ihren Zenit und bauen dann rasch wieder ab. Da heißt es, von Anfang an dabei zu sein, wer als Investor mitverdienen will. Denn es gibt nur eine Art, im Internet Geld zu machen: Kaufen, bevor der Boom beginnt, um abstoßen zu können, bevor alles niedergeht. Offensichtlich sind jetzt die Ikonen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Internetdienste wachsen schnell, erreichen rasant ihren Zenit und bauen dann rasch wieder ab. Da heißt es, von Anfang an dabei zu sein, wer als Investor mitverdienen will. Denn es gibt nur eine Art, im Internet Geld zu machen: Kaufen, bevor der Boom beginnt, um abstoßen zu können, bevor alles niedergeht. Offensichtlich sind jetzt die Ikonen der Web 2.0 an der Reihe: <a title="StudiVZ: Unbeliebt wie eh und je von Heiko Schneider" href="http://www.crossrange.de/2009/03/23/studivz-unbeliebt-wie-eh-und-je/" target="_blank">StudiVZ</a> ist ungeliebt, <a title="Relaunch-Desaster: Facebooks Riesenfehler von Nils Jacobsen" href="http://meedia.de/nc/background/meedia-blogs/nils-jacobsen.html?et_cid=4&amp;et_lid=5&amp;et_sub=%22Relaunch-Desaster:%20Facebooks%20Riesenfehler%22" target="_blank">Facebook</a> sympathielos und <a title="Mensch vs. Maschine und die Unfollower-Party von Sascha Lobo" href="http://saschalobo.com/2009/03/10/mensch-vs-maschine-und-die-unfollower-party/" target="_blank">Twitter</a> in der Warteschleife. Wer kann sagen, bei welcher Nutzerzahl der kritische Punkt erreicht ist. Vielleicht, das Wachstum alle anderen Werte überholt. Oder ist es einfach dann zu spät, wenn ein Geschäftsmodell entsteht? Denn eines ist offensichtlich: Kein Hype währt lang genug, um seinen Break Even erfolgreich zu überleben. Die letzten 10 Jahre Internet-Geschichte lehren uns, dass der Sinn des Web in seiner Leere besteht. Sie zu füllen, ist ein Geschäftszweck, mit dem sich offensichtlich kein Geld verdienen lässt, einmal abgesehen von Visionen, die sich lohnen. Und tatsächlich sind es die Visionen, die bares Geld wert sind, nicht ihre Realisation. Die nämlich kostet nur: Erst Finanzen, dann die Euphorie und schließlich den Erfolg. Am Ende ist alles wieder wie es war, einmal abgesehen vom nächsten Hype, in den zu investieren wieder bares Geld bringt. Vorausgesetzt, wir glauben nicht an ihn.</p>
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